Wildbienen gehen in Städten auf Nahrungssuche

Die Wildbienen in Hessen zieht es derzeit aus Nahrungsmangel in die Städte. «Die Bienen fliegen aus dem Wald in die Gärten, um dort ihren Hunger zu stillen», sagte die Bienenexpertin des Naturschutzverbandes BUND, Brigitte Martin, in Darmstadt. Es gebe in Hessen flächendeckend wildlebende Imken, für diese sei es vor allem im Spätsommer schwer, ausreichend Nahrungsquellen zu finden. Schuld daran sei die zunehmende Versiegelung von Grünflächen sowie die Intensivierung der Landwirtschaft. Dadurch gebe es weniger Brachflächen.

Doch auch in den Städten hätten es die Insekten nicht leicht:
Viele städtische Grünflächen wie Straßenränder und Parks seien bereits gemäht worden, obwohl dort noch viele Pflanzen geblüht hätten. «Die Normalbürger können etwas für die Bienen tun», sagte Martin. Die Menschen sollten in ihren Gärten viele Spätblüher wie Efeu anbauen und die Pflanzen möglichst lange stehenlassen. Wichtig sei, dass die Gewächse wenig Blütenblätter und deutlich erkennbare Staubgefäße hätten, damit für die Bienen der Zugang zum Blütenstaub einfach sei.

Der Nahrungsmangel treffe zum Teil aber auch die gezüchteten Honigbienen. Einige Imker in Hessen würden zu viel Honig aus den Stöcken entnehmen und nicht genügend Aufbaunahrung nachgeben, berichtete Martin. Um den Winter zu überstehen, würden die Insekten sogenannte Hungerschwärme bilden: "Wenn die Bienen merken, dass es im Stock nicht genügend Nahrung gibt, werden mehrere Jungköniginnen gezeugt und es kommt zur Teilung des Volkes.» Die kleinen Völker würden sich in einiger Entfernung voneinander ansiedeln, um das vorhandene Nahrungsangebot besser nutzen zu können. Dabei seien sie ebenso wie ihre wilden Artgenossen auf die Pflanzenvielfalt in Gärten und Grünanlagen angewiesen. (ddp-hes)

Quelle: Nordhessen News, 12. September 2009
http://www.nh24.de/content/view/25085/9/

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